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Das Reiterlatein

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Pferde fand ich schon immer toll und so fragte und bettelte ich sehr oft meinen Opa an: "Opa, Opa, Opa, bitte kauf mir doch ein Pony!" Damals war ich 8 Jahre alt und verschlang Pferdebücher wie Lebensmittel. Opa und meine Eltern hatten so gar nichts mit Pferden am Hut. Mit 10 machte meine Freundin Julia eine Geburtstagsfeier, dessen Highlight eine große Runde Reiten im Niendorfer Gehege war. Nach dieser Runde war ich nicht mehr zu halten und vollendens infiziert. So bekam ich nach langem Betteln endlich meine erste Reitkappe, Stiefel und Reithose und wir fuhren einmal in der Woche ins Niendorfer Gehege zum Reitunterricht, später dann zu Herrn Wersich nach Lokstedt am Siemersplatz. Leider hatte ich nicht das Glück von meinen Eltern in diesem Sport gefördert zu werden. Ich musste mir alles selbst hart erarbeiten. Ich habe endlos Boxen ausgemistet um in 2 Wochen mal dafür eine kostenlose Reitstunde zu bekommen und habe in den gemeinsamen Urlauben mit meinen Eltern mir immer einen Reitstall in der Nähe gesucht, wo ich mein Wissen und meine Reitkenntnisse erweitern konnte. 1980 habe ich meinen Reiterpaß gemacht. 1981 wollte ich die Schule abbrechen und eine Ausbildung in Sachen Zucht- und Haltung im Klövensteen beginnen. Leider haben sich meine Eltern vehement dagegen gewehrt, so dass ich diese Ausbildung nicht machen durfte. Mir blieb also nichts anderes übrig erst einmal was anderes zu lernen und absolvierte eine Ausbildung zur Bürogehilfin beim Axel Springer Verlag. Danach arbeitete ich in verschiedenen Verlagen als Anzeigenverkäuferin, Redaktionssekretärin, Sachbearbeiterin, Außendienstmitarbeiterin für Anzeigen und Anzeigenleiterin.

Während dieser Zeit habe ich nie mein Ziel mit Pferden zu arbeiten aus den Augen verloren.
1986 kaufte ich meine Ponystute Ricki. 1989 habe ich mein DRA Kl. IV und 1991 mein DRA Kl. III gemacht. Mein Pony habe ich bis Kl. L selbst ausgebildet und erfolgreich in Turnierprüfungen der Kl. E und A vorgestellt. Springen war nie ihre Stärke und dafür bekam ich für alle Prüfungen den Haflinger "Marius" von einer Stallkollegin gestellt. Marius war 1,45 cm und sprang locker 1,10 - 1,25 m. Voraussetzung: korrektes Anreiten. Das war manchmal gar nicht so einfach. Wenn Marius Hindernisse sah, war's aus. Es gab kein Halten mehr. Wir haben bei vielen Stilspringen eher ein Zeitspringen daraus gemacht. Aber wir waren auch sehr oft placiert oder haben gewonnen. 1994 folgte der "Betreuer im Reitsport" und die "bunte Rasselbande" vom Wiesenhof wurde von mir ins Leben gerufen.

1994 und 1996 haben wir unter diesem Namen auf der Hansepferd und am Tag des Pferdes auf der Horner Rennbahn unseren Reitstall erfolgreich repräsentiert. 1998 fiel uns ein Pferd wegen Fieber aus und die gesamte Mannschaft wurde für die Teilnahme an der Hansepferd gesperrt. In den Jahren habe ich mehrere Kurse in klassischer Ausbildung an der Hand bei Horst Becker absolviert.

Im Sommer 1996 zog Gentle Gladur in unsere Familie ein. 1997 besuchte ich den ersten Kurs bei Birger Gieseke. Es folgten ein Weiterer mit und zwei ohne Gentle sowie Kurse in klassischer Dressurausbildung bei Horst Becker, Regina Johannsen, Phillipe Karl, Alfons Dietz und Joergen Rask. 2000 begann für Gentle die Turniersaison. Wir waren sehr gut davor zwar nie platziert aber dafür immer einen raus. In Sachen Springen waren wir bei Johannes Beck-Broichsitter in besten Händen. Am Boden begann ich mit Gentle 1999 mit der Komplimentarbeit. 2000 lernte ich Eva Wiemers und Ihren "Wiemers-Weg" kennen und lieben. Das war das was ich schon immer gesucht hatte. Eine Zirkusschule die den Pferden den Spaß an der Arbeit lässt. Zu jedem neuen Kurstermin im Frühjahr und Herbst hatten wir das drauf was wir als Hausaufgabe mit bekommen hatten. Rasant und mit Spaß lernte Gentle Kompliment und Knien. 2001 begann ich mit der Liegearbeit. Darauf folgte der Spanische Schritt und das Steigen. Sitzen fiel Gentle aufgrund seiner Größe und Masse sehr schwer und er hat sich redlich bemüht auch diese Übung zu schaffen. 2002 wurde ich Kompetent Friend von Eva Wiemers und habe die Kurse hier oben im Norden organisiert und zwei Grundkurse in ihrem Namen zusammen mit einem weiteren Kompetent Friend gegeben.

Im Frühjahr 2004 machte ich endlich meinen Level 1 bei Ralf Heil. Im Herbst 2004 fand ich Gentle eines Morgens mit Dünndarmkolik halb Tod in seiner Box. Eine OP in der Pferdeklinik Hell in Elmshorn rettete ihn in letzter Minute. Im Herbst 2004 trennten sich unsere Wege, von Eva und mir, da ich beruflich sehr eingespannt war. Gentle brauchte lange um sich zu erholen.

Im Mai 2005 habe ich den ersten Kurs "Schiefentherapie" bei Herrn Schöneich besucht. 2005 war unser Jahr der Vorstellungen. Wir waren "Fit für die Show". Mit dem Team Légèreté traten wir im Schaubild "Variationen zu Pferde" in Rendsburg auf der "Norla" und in Hannover "Pferd & Jagd" auf.

Am 18.01.2006 bekam Gentle die zweite schwere Dünndarmkolik. Rasches Handeln rettete ihn, allerdings wieder mit OP. Es folgte ein schwere aber unglaublich innige Zeit. Mitte März durften wir wieder die ersten Reitversuche starten. Ich hatte ein anderes Pferd. Er ging so leicht und locker in meiner Hand als wenn er mir noch einmal ein großes Geschenk machen wollte. Beim Putzen lag sein Kopf oft und viel auf meiner Schulter mit geschlossenen Augen. Dabei seuftze er oft und tief. Am Tag vor seinem Tod spielte er ausgiebig mit mir Fußball und Handtuch apportieren. Gentle starb an Dünndarmkolik mit Darmverdrehung um 7.30 Uhr an einem Dienstag im April 06 in meinen Armen. Eine Welt war für mich zusammengebrochen.

Ich war todunglücklich und machte mich auf die Suche nach einem neuen Partner. Am 16.05. entdeckten wir Sandokan bei Frau Stiller in Pattensen bei Thieshope. Er war mir eigentlich zu groß für seine 3 Jahre aber diese Farbe, die hatte es mir wirklich angetan. Und Pfingsten zog Sandokan in die Familie ein und erstmal nach Pinneberg Waldenau um. Im Mai 2006 organisierte ich einen weiteren Schöneich-Kurs auf dem Gut Wendlohe. Im Juni 2006 mußt Sandokan dann auf das Gut Wendlohe umziehen. Er hatte einen Spritzenabszeß, der in der Klinik behandelt werden mußte und gleichzeitig ein Hufgeschwür. Im September 2006 machte ich mit Kara von Christine Woyrsch meinen Level 2 am Boden bei Adrian Heinen.

Im Frühjahr 2007 habe ich dann Sandokan selbst eingeritten. Mit mulmigem Bauch, da Gentle ja berüchtigt für seine Topspins war. Das eine Jahr mit den grundlegenden Spielen am Boden haben für uns es soooo einfach gemacht, dass ich sogar beim ersten Ausritt mit Christine schon daran gedacht habe: "Warum kann die da vorne die Hundeleine nicht einfach loslassen!" Ich habe mich unendlich sicher gefühlt trotz tosenden Gewitters in das wir auf der letzten Strecke kamen. 2007 waren wir im Herbst sogar schon beim Level 2 Kurs mit Adrian. 2008 habe ich dann drei Kurse bei Silke und einen bei Adrian besucht und auch noch einmal mit Sando den neuen Level 2 am Boden gemacht. Im August waren wir dann in Bad Segeberg in der offenen Kür der Reitweisen zu sehen. Thema: Reiten in drei Grundgangarten ohne die Zügel anzufassen. Ich war so stolz auf Sando, da er das das das 2. Mal unter Publikum gemacht hat und es sehr gut gemeistert hat trotz Aufregung.

Ende August: Zwangspause für Sandokan. Sehenverklebung, die er sich beim Toben auf der Weide zugezogen hatte. Drei Monate pausieren, nur Schritt und Langeweile. Kein Spielen keine Kumpels kein Toben. Für ein extrovertiertes Pferd wie er echt die Hölle. Aber auch das haben wir geschafft. Vor Weihnachten dann die Diagnose: Alles heil! Wir dürfen wieder. Und was hat sich mein Sando gefreut!

25.01.2009 Sando und ich haben den Level 2 jetzt komplett bestanden. Boden hatten wir ja schon und nun ist die Reitarbeit dazu gekommen und Adrian hat uns den Level 2 verliehen. Ich bin sooooo stolz auf Sando!

Im Mai fahren wir dann zum Bernie Zambail Kurs und im Juni zum Adrian Kurs. Level 3 anfangen.

Aber trotz allem: Gentle, Kara und Sando machten /machen mir bewußt mir was echte Partnerschaft bedeutet. Ich möchte anderen interessierten Reitern Abwechslung in Ihr Reiterleben bringen und ihnen zeigen was richtige Kommunikation mit dem Pferd bewirken kann: Eine außergewöhnliche Partnerschaft.



Horseman hieß auch für mich in Sachen Gewicht Horseman zu sein und ich habe mit dem Optifast 52 Programm 32,6 kg abgenommen und fühl mich pudelwohl. Das sowas geht seht ihr auf den Bildern.