


Eins vorweg: Wenn man sich mit Zirkuslektionen beschäftigen möchte, sollte man sich im Klaren sein, dass man sich auf ein Gebiet begibt, dass ein eigenes Kapitel in der Reiterei darstellt. Zirzensische Lektionen sind eine vollwertige Ausbildung, die eine eigene Ausbildungskala hat. Diese braucht wie alle anderen Ausbildungen in der Reiterei, Zeit und Sachverstand. Wichtig ist, dass man sich mit dieser eingehend auseinander setzt.
Keine Zirkuslektion ist in 10 Minuten erlernt und in keinem Wochenendkurs wird ein Pferd zum Showstar. Ich selbst bin 1993 mit diesem Gedanken zu einem Kurs gefahren und eines besseren belehrt worden. Kontinuierlicher Unterricht und Support und einlesen in die Materie, gepaart mit viel Beobachten und aus Fehlern lernen hat mich letztendlich zu meinen erträumten Ziel gebracht.
Bevor man mit Zirkuslektionen anfängt ist die optimale Vorbereitung des Pferdes sehr wichtig. Ein Pferd sollte eine fundierte Grundausbildung am Boden haben. Dabei ist das System nach dem man gehen möchte - ob jetzt Natural Horsemanship oder einem anderen, im Prinzip eigentlich egal. Hauptsache man bleibt bei einem System und verwirrt sein Pferd nicht. Ich ziehe hier deutlich die 7 Spiele des Natural Horsemanship vor, da sie pferdegerecht sind und ich immer wieder festgestellt habe, dass man früher oder später diese Spiele braucht, um bei den einzelnen Lektionen zum Ziel zu kommen. Vor allem, wenn man allein arbeitet, sind sie äußerst hilfreich und erleichtern den Umgang mit den verschiedensten Situationen ungemein.
Hierbei bestimmt das Pferd das Tempo. Bei den Lektionen zum Boden ist das Kompliment die Basislektion. Es dauert länger, bis das Kompliment auf beiden Seiten auf Stimm-, Gerten- und Körperhaltungshilfe sitzt - aber dafür erleichtert es alle anderen Lektionen. Für ein ordentlich sauber ausgeführtes Kompliment können schon mal ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Bevor das Kompliment nicht auf beiden Seiten sitzt braucht man nicht weitermachen.
Jedes Pferd hat seine Talente und seine Vorlieben. Diese gilt es zu erkennen und zu fördern. Wichtig ist, das man einen Plan hat, sich strikt an die Ausbildungsskala hält und nicht einfach irgendwie drauflos arbeitet. Denn jeder Baustein der Skala der Ausbildung der zirzensischen Pferdegymnastik baut auf den anderen auf.
Wichtig sind auch sinnvolle Stimm-, Gerten- und Körperhaltungshilfen. Nur wenn alle drei Hilfen zusammenkommen, sollte das Pferd die Lektion ausführen. Das verhindert Unfälle durch Missverständnisse. Dies erfordert allerdings vom Ausbilder auch viel Selbstdisziplin, da er wirklich bewusst an sich und seiner Körpersprache arbeiten muss.